BauKarussell war im Dezember 2025 und Mai 2026 im Auftrag der WIEN BÄDER für die Planung und Umsetzung von Social Urban Mining für das Hallenbad im Kombibad Hietzing im Einsatz.
Im Rahmen der umfassenden Sanierung des rund 4.000 m² großen Hallenbad Hietzing wurden in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber und dem Projektteam im Vorfeld der Sanierungsarbeiten für Social Urban Mining geeignete Schad- und Störstoffe demontiert und einer höchstmöglichen Wiederverwendung zugeführt. Vorrangiges Ziel: Möglichst viel erhalten, wodurch nicht nur Kosten gespart, sondern auch Ressourcen geschont werden. Das Dach und die Sanitärbereiche werden vollständig erneuert, wobei die wertvollen Leimbinder – bis dahin statisches Element für das Dach – für den Außenbereich des Bades vorgesehen sind. Auch die PV-Anlage wurden zerstörungsfrei für die Vermittlung zur Verfügung gestellt.


Innerhalb von 2 Wochen wurden Störstoffe demontiert und Re-Use-fähiges in dieser Zeitspanne vermittelt. Die für eine Wiederverwendung geeigneten Bauteile wurden im Vorfeld erfasst und katalogisiert. Anhand der vorhandenen Inventarisierung konnte der Bauherr entscheiden, welche Komponenten im eigenen Haus wiederverwendet und sichergestellt werden sollen und welche in die Vermittlung an Dritte kommen können.
Dabei wurden Wand-, Boden-, Deckenbeläge, Türblätter, Leuchten, ein Teil der Badeinfrastruktur, wie Spinde, Sanitäreinrichtungen, Schlüsselkästen für den Auftraggeber oder für Dritte demontiert. Auch die hoch gewachsenen und zum Teil sehr schweren Pflanzen mussten der Sanierung weichen und fanden zu einem Großteil ein zweites zu Hause im neuen Bern.dorf (Mödling) oder in Privathaushalten. Dringend benötigte Spinde für den Nachwuchs bereichern nun Quartiere einer Freiwilligen Feuerwehr in Niederösterreich, aber auch Kabelschutzrohre und nicht mehr Reparables landete als Filmrequisiten in einer Wiener Agentur. Die restlichen, anfallenden Materialien aus dem Rückbau wurden in hoher Qualität fraktionsweise getrennt und zur Entsorgung bereitgestellt.
Die Umsetzung der operativen Tätigkeiten übernahmen zwei Teams der KÜMMEREI (Job-TransFair), ein sozialwirtschaftlicher Betrieb des bfi Wien, in dem bauaffine Personen durch ein temporäres Arbeitsverhältnis wieder auf den Primärarbeitsmarkt vorbereitet werden. Sie nahmen verpflichtende, vorbereitende Rückbauarbeiten mit einem Blick auf den zerstörungsfreien Ausbau von wiederverwendbaren Bauelementen vor.
Ein Mehrwert für Auftraggeber und Sozialwirtschaft, da einerseits durch die Vermittlung der rückgebauten Re-Use Bauteile ein Erlös für den Auftraggeber erzielt werden konnte und gleichzeitig Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für arbeitsmarktferne Personen geschaffen wurde.


Das Projekt war auch ein beliebtes Exkursionsziel, so waren unter anderem die Universität für Bodenkultur, die Universität für Angewandte Kunst und die Akademie der bildenden Künste vor Ort für neue Perspektiven. Auch der amtierende Stadtrat und die Bezirksvorstehung Hietzing wollten sich von dem Fortgang des Projekts überzeugen und statteten der Baustelle einen Besuch ab.
Ökologischer, ökonomischer und sozialer Impact: 31.232 kg Material wurden insgesamt bewegt, wovon 2.382 kg Material ins Re-Use gebracht, 10.080 kg Wertstoffe (nicht mehr brauchbare Spinde, Metalldecken) generiert und 18.770 kg einer umweltgerechten Entsorgung zugeführt wurden. Im Rahmen des Projekts wurden 15 Personen beschäftigt und qualifiziert, und insgesamt 360 h Qualifizierung geschaffen. BauKarussell hat dieses Projekt geplant, begleitet und in seiner Umsetzung unterstützt.
Alle Bilder © BauKarussell.

