Social Urban Mining: SOZIALBAU AG setzt bei Wohnprojekt Stöbergasse auf kreislaufwirtschaftliches Bauen

17.11.2020. Auf dem ehemaligen Standort des bfi und der VHS in Wien-Margareten entwickelt die SOZIALBAU AG ein neues Wohnprojekt mit 44 geförderten Mietwohnungen. Dabei wird das 1978 als „Bildungszentrum Margareten“ vom Berufsförderungsinstitut eröffnete und von den Wiener Volkshochschulen weitergeführte Gebäude so weit wie möglich rückgebaut und Bauteile Materialien und Mobiliar für die Wiederverwendung vorbereitet bzw. der stofflichen Verwertung zugeführt. Mit dem verwertungsorientierten Rückbau wurde das BauKarussell mit seinen sozialwirtschaftlichen Partnern beauftragt. Ziel des kreislaufwirtschaftlichen Bauens ist es, ökologische und soziale Gesichtspunkte in diese Projektentwicklungsphase zu integrieren. Zwischen Juli und September wurde der Abbruch des Gebäudes vorbereitet, dabei wurden insgesamt 36.600 kg Materialien bewegt und wertvolle sozialwirtschaftliche Arbeitsplätze geschaffen.

Im Rückbau des Gebäudes, welches einst wichtige Ausbildungsstätte für Wiener Bildungshungrige war, wird die Tradition der Weiterbildung ganz praxisnah in Form von Jobs und Arbeitserfahrung für ehemals langzeitarbeitslose Menschen fortgesetzt. Der sozialökonomische BauKarussell-Partner Die KÜMMEREI (Trägerin: bfi/Job-TransFair) hat vor Ort die Kreislaufwirtschaft am Bau umgesetzt. Thomas Romm, Architekt und Gründer von BauKarussell, gibt Einblick in die Details: „Bis Ende September 2020 hat unser Partner Einbaukästen und Bodenbeläge entfernt und so 35.800 kg Material für eine sortenreine Entsorgung vorbereitet. Zusätzlich wurden vorhandene Re-Use-Produkte gesichert und 800 kg Eschenholzparkett zur Wiederverwendung vermittelt. In unseren Social-Urban-Mining-Projekten beschäftigen wir Transitarbeitskräfte unserer Partnerbetriebe aus der Sozialwirtschaft – in diesem Fall ist das Die KÜMMEREI. Zugleich gewinnen die Leute auch Einblicke in kreislaufwirtschaftliche Praxis am Bau, was ihren Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtert. In der Stöbergasse wurden konkret 720 sozialwirtschaftliche Arbeitsstunden geleistet. Dieser soziale Anspruch ist integraler Bestandteil unserer Arbeit und wir freuen uns, dass die SOZIALBAU AG dieses Engagement teilt.“

Hannes Stangl, Technischer Direktor der SOZIALBAU AG, zur Kooperation: „Das Projekt Stöbergasse ist ein Pilotprojekt. Wir errichten nicht nur 44 geförderte Mietwohnungen in Innenstadtlage, sondern bringen auch das erste Mal kreiswirtschaftliches Bauen zum Einsatz. Mit der Zusammenarbeit mit dem BauKarussell machen wir erste Schritte von Recycling in Richtung Re-Use und verhelfen zusätzlich Arbeitslosen zu sinnvoller Beschäftigung.“

Dass es sich beim bfi, der Trägerin der KÜMMEREI, um eine der beiden ursprünglichen NutzerInnen (neben der VHS Wien) des Gebäudes handelt, ist dabei ein bemerkenswertes Detail. „Der rote Faden der Weiterbildung wird nun im Rückbau wieder aufgegriffen. Dass unser Team in diesem Projekt im Einsatz ist, bringt auch das BauKarussell weiter: Denn jedes neue Projekt bedeutet für uns eine Weiterentwicklung des Konzeptes Social Urban Mining, das relevante Stakeholder, ArchitektInnen und Bauherren dazu inspirieren soll, ähnliche Projekte zur Umsetzung zu bringen. Unsere Vision ist eine Baubranche, in der soziale Kreislaufwirtschaft selbstverständlich ist – und dafür braucht es starke Kooperationen mit engagierten Bauherren wie der SOZIALBAU AG, die mit uns diesen Weg gehen.“ betont Markus Meissner, Ressourcenmanager und Leiter von BauKarussell.

Kontakt für Rückfragen:
BauKarussell: Irene Schanda, irene.schanda@repanet.at, 0680 3015169
SOZIALBAU AG: Artur Streimelweger, artur.streimelweger@sozialbau.at, 01 52195 308

Auf Anfrage senden wir Ihnen das Bildmaterial gerne in druckfähiger Auflösung zu.

Über BauKarussell
BauKarussell ist der erste Anbieter für Social Urban Mining und hat sich zum Ziel gesetzt, Re-Use im großvolumigen Baubereich als Rückbau-Dienstleistungspaket für Bauherren umzusetzen und zum Mainstream zu machen. Das Geschäftsmodell beruht auf der Einbeziehung sozialwirtschaftlicher Partner und wird seit dem Jahr 2016 in größeren Rückbau- und Bauvorhaben wie dem Glaspalast (ehemaliges Rechenzentrum der Stadt Wien) und dem MedUni Campus Mariannengasse (Bauherr: Bundesimmobiliengesellschaft mbH) in Wien umgesetzt und weiterentwickelt. Das aktuelle Angebot an Re-Use-Bauteilen ist im Bauteilkatalog online einsehbar. Das BauKarussell-Team setzt sich aus Partnern von pulswerk GmbH, Romm/Mischek ZT und RepaNet – Re-Use- und Reparaturnetzwerk Österreich zusammen. Operative Partner in Wien sind die Caritas SÖB, das Demontage- und Recyclingzentrum DRZ Wien und Die KÜMMEREI.
www.baukarussell.at

Über die SOZIALBAU AG
Mit über 51.700 verwalteten Miet- und Eigentumswohnungen ist die SOZIALBAU AG das größte gemeinnützige Wohnungsunternehmen in Österreich. Sie betreut darüber hinaus einen genossenschaftlichen Verbund, bestehend aus vier Genossenschaften, zwei Kapitalgesellschaften und mehreren Beteiligungen. Aktuell befinden sich knapp 1.900 Wohnungen im Baustadium.
https://sozialbau.at/

Vom Luster bis zum Kupferkabel

Bevor im Herbst mit den Bauarbeiten für den MedUni Campus Mariannengasse begonnen wird, konnte BauKarussell 140.000 kg Material aus dem bestehenden Gebäude in Wien Alsergrund gewinnen und verwerten.
Bundesimmobiliengesellschaft und Medizinische Universität Wien leben nachhaltiges Bauen mit sozialer Kreislaufwirtschaft und intelligenter Ressourcennutzung.

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